A) In der freien Natur
Wenn wir von der Natur sprechen, meinen wir das Heimatgebiet der Glanzsittiche, also Südaustralien, Westaustralien, südliches Nordaustralien, westliches Neusüdwales, gelegentlich auch in Nord-Victoria.Die Brutzeit ist abhängig vom Nahrungsangebot, sie liegt in der Regel zwischen August und Dezember in freier Natur.
Sie brüten in hohlen Ästen oder Baumstämmen, oft in Eukalyptusbäumen. Das Gelege besteht aus 3-5 Eiern, selten 6 Eiern, die 18 Tage bebrütet werden. Das Weibchen brütet fest und verläßt das Gelege nur, um vom Männchen auf einem Ast in der Nähe gefüttert zu werden.
Mit ca. 30 Tagen fliegen die Jungvögel aus. Sie bleiben noch einige Zeit bei den Eltern.
B) Zucht in Gefangenschaft - Allgemeines
Die Zucht von Glanzsittichen ist nicht wirklich schwierig, wenn man sich über die Vögel informiert hat. Vieles kann man in der Fachliteratur nachlesen, aber auch im Gespräch mit erfahrenen Züchtern lernen. Gerade wenn man Grassittiche züchten möchte, sollte man Mitglied in einem Verein oder Landesverband sein.Während der Brut sollte das Paar alleine gehalten werden, da es aggressiv gegenüber anderen Vögeln werden kann. Fortpflanzungsfähig ab 8-12 Monaten. Sie sollten erst ab einem bis 1½ Jahren zur Brut zugelassen werden, da sie sonst das Gelege vernachlässigen können. Bei zu jungen Weibchen kann es zu Legenot kommen.
Glanzsittiche sind Höhlenbrüter. Es muß auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden (ggf. Nistkasten mit lauwarmen Wasser besprühen). Idealerweise sollte die Temperatur zwischen 18 und 25 °C betragen, die relative Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent.
Da viele Weibchen während der Brutzeit kleine Grashalme im Bürzelgefieder in das Nest tragen, sollten diese während dieser Zeit angeboten werden. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen gefüttert. Das Männchen beteiligt sich später an der Fütterung der Jungvögel. Nach dem Ausfliegen füttert das Männchen die Jungvögel weiter, während das Weibchen häufig eine neue Brut beginnt.
Nach Erreichen der Selbständigkeit (ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen) müssen die Jungvögel von den Eltern getrennt werden.
Wichtige Daten im Überblick:
- Brutzeit ab April / Mai.
- Das Gelege 3-6 Eier,
- Brutdauer ca. 18 Tage,
- Nestlingszeit ca. 30 Tage,
- Selbständigkeit ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen.
C) Nistkästen
Der Nistkasten Naturstammhöhlen werden gerne angenommen. Für Zuchtabsichten sollte man verschiedene Nistkästen und Bruthöhlen gleichzeitig anbieten.Hier gibt es unterschiedliche Angaben und Meinungen über die Beschaffenheit.
- Nistkastenmaße: ca. 15 x 15 x 30 cm (L x B x H)
- Einschlupfloch Ø: 5-6 cm
- Bodenbelag: Sägespäne und / oder Torf oder Holzmulm
D) Tierschutz
Wenn man Vögel züchten möchte, muß man selbstverständlich auch mit den wichtigsten Gesetze und Verordnungen vertraut sein, und danach handeln. Diese sind:- Tierschutz-Gesetz
- Allgemeine Verwaltungsvorschriften zum TierSchG
- Mindestanforderungen Körnerfresser
- Mindestanforderungen Papageien
- Börsen-Leitlinien
- Tiergesundheitsgesetz
- Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest
- Bundes-Naturschutz-Gesetz
- Bundesartenschutz-Verordnung
- EG Artenschutz-Verordnung EU1320 / 2014
- EG-Artenschutz-Verordnung
- Richtlinien Wildlebende Vogelarten
- BArtSchV - Anlage 6
- Washingtoner Artenschutzübereinkommenx
In jedem Fall muß festgestellt werden, dass es im Hobby "Vogelzucht" einiges zu beachten ist ! So einfach ist das seriöse Züchten von Vögel nicht mehr.
Wichtig zu wissen:
- Glanzsittiche sollten paarweise gehalten werden. Wichtig ist hierbei die Großzügigkeit in bezug auf die Größe der Volieren. Sie brauchen Raum, um fliegen zu können.
- Glanzsittiche sollten während der Brut nicht mit weiteren Neophemen vergesellschaftet werden.
- Hähne reagieren oft aggressiv auf Jungtiere nach Erreichen ihrer Selbstständigkeit. Dabei ist es auch schon vorgekommen, dass diese tödlich verletzt wurden. Diese Aggressivität gilt auch bei anderen Neophemen.
- Jungtiere neigen dazu, in den ersten Tagen wild umher zu fliegen. Die Begründung liegt darin, dass sie äusserst schreckhaft sind bzw. sein können.
- Praxistipp: Durch Markierungen des Volierengitters mit Zweigen oder Schliffmatten verhindert man einen gradlinigen und zu schnellen Flug gegen die Volierenwände.
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